Kant

Editionsprojekt „Kant. Online Edition des Opus Postumum“ (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften)

Ab Mitte der 1790er Jahre arbeitete Immanuel Kant (1724-1804) an einem Werk, welches er selbst als sein „Hauptwerk“, sein „chef d’œuvre“, bezeichnet hat. In Auseinandersetzung mit seiner eigenen Kritischen Philosophie versuchte er, einen Übergang von der rationalen Metaphysik der Natur bzw. Philosophie zu den empirischen Wissenschaften, vornehmlich der Physik, Chemie und Biologie, zu konzipieren.

Kant Faksimile

Textkorpus: Das eher als „Arbeitsmanuskript“ zu charakterisierende Werk enthält neben reinschriftlichen Texten immer wieder Neuansätze, Überarbeitungen und Streichungen, eingeschobene Texte zu anderen Themen bis hin zu Tagesnotizen des alternden Philosophen und drückt bis in die sprachliche Haltung hinein die Bewegung des kantischen Denkens aus.
Faksimileausschnitt mit allen farbigen Markierungen.

 

Kant-Screenshot

Die Online-Edition präsentiert die Rohtranskription in wechselseitiger abschnittsweiser Verbindung mit den digitalisierten Faksimiles in der diplomatischen Abfolge des Manuskriptes (Signatur: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz Ms. germ. fol. 1702).
Kant. Online Edition des Opus Postumum

Obwohl das Projekt noch nicht vollständig abgeschlossen ist, stellt es für das HDC einen idealen Prototypen dar für:

  • Datenmanagement basierend auf einer XML-Datenbank (eXist/SADE), d.h. einem technischen Muster, das zurzeit in einer Vielzahl wissenschaftlicher Projekte genutzt wird (technische Standardisierung)
  • die Vernetzung von Bildern und XML-basierten Texten als Rohdaten untereinander und mit mehreren Ebenen der Annotation (wissenschaftliche Interpretationsebenen, deren Darstellung über Print-Versionen oder flache Datei-basierte Lösungen hinausgeht)
  • Übertragbarkeit der Erkenntnisse auf eine Vielzahl ähnlich gelagerter geisteswissenschaftlicher Editionsprojekte (Abläufe in einem HDC)

Weitere Informationen unter: http://telota.bbaw.de/kant_op/